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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Story & Setting
- Gameplay-Mechaniken
- Visueller Stil & Präsentation
- Audio-Design
- Technische Umsetzung
- Fazit
Einleitung

Kumitantei: Old-School Slaughter ist ein faszinierendes Amalgam aus verschiedenen Gaming-Genres, das die Grenzen zwischen Visual Novel, Adventure und Kartenspiel auf beeindruckende Weise verschwimmen lässt. Die Entwickler haben es geschafft, ein Mordmysterium zu kreieren, das sowohl narrativ als auch spielmechanisch überzeugt und dabei eine unverwechselbare Retro-Ästhetik pflegt, die sofort ins Auge fällt.
Das Spiel positioniert sich bewusst als Hommage an die goldenen Zeiten der 80er-Jahre-Anime und schafft es dabei, nostalgische Gefühle zu wecken, ohne in billiger Imitation zu verfallen. Stattdessen nutzt es die visuellen und narrativen Codes dieser Ära als Sprungbrett für eine moderne, vielschichtige Spielerfahrung.
Story & Setting

Die Handlung von Kumitantei versetzt uns in das Jahr 1989, wo eine Elite-Schulklasse in einem tödlichen Spiel gefangen ist. Das Setting erinnert unweigerlich an Werke wie "Battle Royale" oder "Danganronpa", schafft es aber, eine eigene Identität zu entwickeln. Die Prämisse "Kill each other... for science!" mag auf den ersten Blick zynisch wirken, entpuppt sich jedoch als cleverer Aufhänger für eine Geschichte, die sowohl die Abgründe menschlicher Natur als auch die Mechanismen von Macht und Manipulation erforscht.
Die episodische Struktur des Spiels ermöglicht es den Entwicklern, jede Mordermittlung als eigenständige Geschichte zu behandeln, während gleichzeitig ein übergreifender Handlungsbogen vorangetrieben wird. Jeder Charakter ist sorgfältig ausgearbeitet und bringt seine eigenen Geheimnisse, Motivationen und Hintergrundgeschichten mit, was für eine bemerkenswerte narrative Tiefe sorgt.

Besonders beeindruckend ist die Art, wie das Spiel mit den Erwartungen der Spieler spielt. Während man zunächst glaubt, ein typisches Whodunit vor sich zu haben, entwickelt sich die Geschichte in unerwartete Richtungen und stellt sowohl moralische als auch philosophische Fragen, die lange nach dem Spielende nachhallen.
Gameplay-Mechaniken

Das Herzstück von Kumitantei liegt in der geschickten Verschmelzung von Ermittlungsarbeit und Kartenkampf-Mechaniken. Während der Untersuchungsphasen sammelt der Spieler Hinweise, führt Gespräche und analysiert Beweise – klassische Adventure-Elemente, die solide und intuitiv umgesetzt sind.
Der wahre Innovationsgeist des Spiels zeigt sich jedoch in den Konfrontationsszenen, wo gesammelte Informationen zu Karten werden, die strategisch eingesetzt werden müssen. Dieses System verwandelt verbale Duelle in taktische Schlachten, bei denen nicht nur die richtigen Beweise, sondern auch das Timing und die Reihenfolge ihrer Präsentation entscheidend sind.

Die Kartenmechaniken sind überraschend tiefgreifend: Verschiedene Beweistypen haben unterschiedliche Eigenschaften, und die Glaubwürdigkeit eines Arguments hängt davon ab, wie geschickt der Spieler seine "Deck" zusammenstellt und ausspielt. Emotionale Zustände der Charaktere beeinflussen die Wirksamkeit bestimmter Karten, was eine zusätzliche strategische Ebene hinzufügt.
Visueller Stil & Präsentation
Visuell ist Kumitantei ein wahres Fest für Liebhaber der Retro-Ästhetik. Der Pixel-Art-Stil ist nicht nur technisch versiert umgesetzt, sondern transportiert auch perfekt die Atmosphäre der späten 80er Jahre. Die Charakterdesigns sind ausdrucksstark und individuell, wobei jede Figur sofort erkennbare visuelle Merkmale besitzt, die ihre Persönlichkeit unterstreichen.
Die Umgebungsgestaltung verdient besondere Erwähnung: Die Elite-Schule fühlt sich gleichzeitig luxuriös und bedrohlich an, mit einer Architektur, die sowohl Prestige als auch Isolation vermittelt. Licht- und Schattenspiele werden meisterhaft eingesetzt, um Stimmungen zu erzeugen und die Spannung zu steigern.
Besonders beeindruckend sind die Animationen während der Kartenkampf-Sequenzen. Hier verwandelt sich das statische Visual Novel-Format in ein dynamisches Spektakel, bei dem Argumente buchstäblich aufeinanderprallen und visuell dargestellt werden.
Audio-Design
Der Soundtrack von Kumitantei ist eine Liebeserklärung an die Synthwave- und 80er-Jahre-Elektronik-Szene. Jede Melodie ist sorgfältig komponiert und verstärkt die bereits starke atmosphärische Wirkung des visuellen Stils. Besonders die Spannungsmomente werden durch subtile, aber wirkungsvolle musikalische Untermalung verstärkt.
Die Soundeffekte sind präzise eingesetzt und verstärken sowohl die investigativen Momente als auch die intensiven Kartenschlachten. Das Klicken von Karten, das Rascheln von Papier bei der Beweissammlung und die dramatischen Akkorde bei wichtigen Enthüllungen – alles fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
Technische Umsetzung
Technisch läuft Kumitantei stabil und flüssig, auch wenn die Systemanforderungen für ein primär 2D-basiertes Spiel etwas höher ausfallen als erwartet. Die Ladezeiten zwischen den Episoden sind akzeptabel, und das Spiel bietet umfangreiche Optionen für Barrierefreiheit und Anpassungsmöglichkeiten.
Ein besonderes Lob verdient die Benutzeroberfläche, die trotz der komplexen Kartenmechaniken intuitiv und übersichtlich bleibt. Die Integration von Tastatur- und Controller-Steuerung ist nahtlos gelöst.
Fazit
Kumitantei: Old-School Slaughter ist ein mutiges und größtenteils erfolgreiches Experiment, das beweist, dass Genre-Fusion mehr sein kann als die Summe ihrer Teile. Das Spiel schafft es, eine fesselnde Mordmysterium-Geschichte zu erzählen, während es gleichzeitig innovative Gameplay-Mechaniken einführt, die sowohl Adventure- als auch Kartenspiel-Fans ansprechen werden.
Die episodische Struktur mag nicht jeden Spieler ansprechen, aber sie ermöglicht es dem Entwicklerteam, jede Geschichte mit der nötigen Tiefe und Aufmerksamkeit zu behandeln. Kumitantei ist ein Spiel für Spieler, die bereit sind, sich auf etwas Neues einzulassen und die sowohl narrative Komplexität als auch strategische Herausforderungen schätzen.
Systemanforderungen
Minimum
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