
Das Urteil
Das Nerdiction-Urteil: AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz ist hervorragend und erhält 82 von 100 Punkten.
Pro
- 24 GB GDDR6-VRAM mit 384-Bit-Anbindung sorgen für hohe 4K-Zukunftssicherheit.
- Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im High-End-Segment unterhalb der RTX 4080.
- Kompaktes Referenzdesign passt in mehr Gehäuse als die Founders Edition der RTX 4080/4090.
Contra
- Hotspot-Temperaturen von bis zu 110 °C unter Last.
- Referenzkühler unter Last deutlich hörbar, teilweise mit Coil Whine.
- Raytracing-Leistung liegt klar hinter NVIDIAs RTX-4000-Serie.
Technische Daten
Hersteller
AMD
Modell
RX 7900 XTX
Typ
Grafikkarte
UVP
999 €
Erschienen
Dez. 2022
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Design & Verarbeitung
- Leistung & Benchmarks
- Features & Konnektivität
- Preis & Leistung
- Vergleich mit Alternativen
- Für wen lohnt sich das Produkt?
- Fazit
Einleitung
Mit der Radeon RX 7900 XTX betrat AMD am 13. Dezember 2022 die Bühne der Enthusiasten-Grafikkarten und läutete gleichzeitig die RDNA-3-Generation ein. Nach Jahren, in denen NVIDIA den High-End-Markt mit der RTX-3000- und RTX-4000-Serie scheinbar uneingeschränkt dominierte, war die Spannung groß: Kann AMD mit dem neuen Top-Modell nicht nur preislich, sondern auch leistungstechnisch zurück in die erste Reihe finden? Die Antwort liefert die RX 7900 XTX mit einer imposanten Ausstattung – 6.144 Stream-Prozessoren, 24 GB GDDR6-VRAM, einem Boost-Takt von 2.500 MHz und einem TBP von 355 W. All das positioniert AMD wieder als ernstzunehmenden Konkurrenten im Premium-Segment, wo zuletzt vor allem die RTX 4080 und RTX 4090 die Schlagzeilen bestimmten.
Die Zielsetzung war klar: 4K-Gaming mit hohen Bildraten sollte ohne den horrenden Stromverbrauch und die wuchtigen Kühler der NVIDIA-Konkurrenz möglich werden. Gleichzeitig wollte AMD mit einem aggressiven Preis von 999 US-Dollar UVP ein Signal setzen. Damit lag die XTX nominell auf dem Niveau einer RTX 4080, während die RTX 4090 preislich deutlich darüber schwebte. Der Test soll klären, wie gut AMD dieses Versprechen in der Praxis einlöst – und an welchen Stellen die Referenzkarte Stärken sowie Schwächen zeigt.
Design & Verarbeitung

Das Referenzdesign der RX 7900 XTX misst 287 × 123 × 51,5 mm und ist damit deutlich kompakter als eine Founders Edition der RTX 4080 oder gar RTX 4090. Dieser Unterschied ist sofort spürbar: Die Karte passt in die meisten ATX-Midi-Tower, in denen die NVIDIA-Konkurrenz aufgrund ihrer Länge und Bauhöhe häufig an ihre Grenzen stößt. Der Kühlkörper ist mit drei Axiallüftern bestückt, die gegenüber dem Schwestermodell RX 7900 XT einen größeren Durchmesser aufweisen und damit mehr Luft bei geringerer Drehzahl fördern sollen. Das äußere Erscheinungsbild orientiert sich am typischen AMD-Design der Generation: dunkles Plastik-, Metall- und PCB-finish, klare Linien und ein beleuchtetes Radeon-Logo auf der Seite – RGB-Beleuchtung ist im Gegensatz zur XT-Variante vorhanden, wenn auch dezent gehalten.
In der Hand fühlt sich die RX 7900 XTX wertig an, auch wenn der überwiegende Anteil der Kühlstruktur auf Kunststoff setzt. Das Gewicht ist spürbar, aber nicht übermäßig – sie lastet damit deutlich weniger auf dem PCIe-Slot als die schwereren Custom-Designs vieler Boardpartner. Positiv fällt auf, dass AMD das Slot-Bracket und die Backplate aus Metall gefertigt hat, was die Stabilität erhöht. Die Verarbeitungsqualität bewegt sich insgesamt auf einem für Referenzkarten typischen, ordentlichen Niveau. Im direkten Vergleich zur XT wirkt die XTX nochmals etwas massiver und erwachsener, was sich auch im zusätzlichen Slot-Block widerspiegelt.
Leistung & Benchmarks

Auf dem Papier liefert die RX 7900 XTX eine beeindruckende Leistungsbasis: 6.144 Stream-Prozessoren auf dem voll aktivierten Navi-31-GCD, dazu sechs MCDs (Memory Cache Dies), die unter anderem den 24 GB GDDR6-VRAM mit 384-Bit-Anbindung beherbergen. Der Game-Clock liegt bei 2.300 MHz, der Boost-Takt erreicht bis zu 2.500 MHz, und AMD gibt eine Rohrechenleistung von rund 61 TFLOPs an. Diese Zahlen markieren das obere Ende dessen, was AMD je bei einer Single-GPU-Grafikkarte geboten hat – und die ersten Benchmarks aus der Fachpresse bestätigen einen entsprechend großen Sprung gegenüber RDNA 2.
In Spielen zeigt sich die XTX als solide 4K-Grafikkarte. In Titeln wie Cyberpunk 2077, Forza Horizon 5 oder Assassin's Creed Valhalla erreicht sie Bildraten, die sich im Bereich zwischen RTX 4080 und RTX 4090 bewegen – mal näher an der 4080, in gut optimierten Titeln auch näher an der 4090. Der massive 24-GB-VRAM-Ausbau sorgt zudem für eine hohe Zukunftssicherheit bei hochauflösenden Texturen. Die zweite Generation der Ray Accelerators verbessert die Raytracing-Leistung im Vergleich zu RDNA 2 deutlich, kann das Niveau der NVIDIA-RTX-4000-Serie jedoch nicht vollständig erreichen. In klassischem Rasterizing ist AMD hingegen oft vorne mit dabei, und das zu einem deutlich niedrigeren Preis.
Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Die Karte genehmigt sich im Gaming-Betrieb bis zu 110 °C Junction-Temperatur, womit sie deutlich wärmer läuft als vergleichbare NVIDIA-Modelle. In Kombination mit der daraus resultierenden, deutlich hörbaren Lüfteraktivität und gelegentlichem Coil Whine in hohen Bildraten zeigt sich, dass das Referenzdesign thermisch an seine Grenzen stößt. Wer einen besonders leisen Build anstrebt, sollte eher zu einem Custom-Design mit hochwertigerem Kühler greifen.
Features & Konnektivität

An Anschlüssen bietet die RX 7900 XTX drei Display-Ausgänge – konkret handelt es sich um zwei DisplayPort- und einen HDMI-Anschluss, dazu ein USB-Typ-C-Port für moderne VR-Brillen und kompatible Monitore. Die Anbindung an das System erfolgt über PCIe 4.0 x16, was den Mainstream-Anforderungen aktueller Plattformen mehr als genügt. Mit FSR (FidelityFX Super Resolution) verfügt AMD zudem über eine eigene Upscaling-Technologie, die in immer mehr Spielen unterstützt wird und in mehreren Qualitätsstufen skaliert – in der Spitze bis hin zu FSR 3 mit Frame Generation.
Softwareseitig wird die Karte über AMDs Adrenalin-Treiberfamilie verwaltet. Die Suite bietet umfangreiche Übertaktungs-, Monitoring- und Streaming-Funktionen. Ein Highlight ist die Integration von Smart-Access-Memory (SAM), das in Kombination mit Ryzen-Prozessoren einen kleinen zusätzlichen Performance-Boost freischaltet. Während Konkurrent NVIDIA mit DLSS 3 inklusive Frame Generation punkten kann, zieht AMD hier mit FSR 3 nach – wenn auch mit etwas geringerer Reichweite an unterstützten Spielen zum Testzeitpunkt. Beim Lieferumfang beschränkt sich AMD auf das Wesentliche: Die Karte wird ohne umfangreiches Zubehör ausgeliefert, ein Stromanschluss via zwei 8-Pin-PCIe-Stecker reicht für den Betrieb aus – kein 12VHPWR-Adapter nötig.
Preis & Leistung
Mit einer UVP von 999 US-Dollar bzw. 999 Euro positioniert sich die RX 7900 XTX preislich klar unter der RTX 4080, die NVIDIA zur Markteinführung mit 1.199 US-Dollar veranschlagt hatte. Damit ergibt sich ein nomineller Preisvorteil von rund 200 Euro – ein Unterschied, der sich in der Praxis oft als „kostenlose“ Kühler- oder Speichererweiterung umlegen lässt. Der VRAM-Vorsprung von 24 GB gegenüber 16 GB bei der RTX 4080 ist auf dem Papier ebenfalls ein deutliches Argument für AMD, insbesondere für Nutzer mit hochauflösenden Texturpaketen, professionellen Workloads oder VRAM-hungrigen Simulationen.
Allerdings relativiert sich dieser Preisvorteil in einigen Disziplinen: In reiner Raytracing-Performance und bei KI-beschleunigten Funktionen wie DLSS Frame Generation liegt NVIDIA weiter vorne. Wer also ausschließlich mit Path-Tracing-Effekten spielt oder stark auf Frame Generation angewiesen ist, bekommt bei NVIDIA mehr Leistung pro Dollar. Andersherum gilt: Wer vor allem in klassischen Rasterizer-Titeln mit nativer Auflösung spielt, bekommt mit der RX 7900 XTX das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im High-End-Segment.
Vergleich mit Alternativen
Im Vergleich zur NVIDIA RTX 4080 liefert die RX 7900 XTX eine vergleichbare bis leicht geringere Rasterizer-Leistung, dafür aber 50 % mehr VRAM und einen rund 17 % niedrigeren Einstiegspreis. In Spielen mit starker Raytracing-Nutzung fällt der NVIDIA-Vorteil deutlicher aus, vor allem in Kombination mit DLSS 3. Für klassisches 4K-Gaming ohne aufwendiges RT ist die XTX preislich attraktiver.
Im Vergleich zur hauseigenen RX 7900 XT ist die XTX erwartungsgemäß die schnellere Karte, profitiert vom voll aktivierten Chip, mehr CUs, höherem Takt und breiterer Speicheranbindung. Der Aufpreis zur XT fällt moderat aus und ist durch den Leistungssprung in 4K meist gut gerechtfertigt. Wer jedoch in 1440p spielt, kann mit der XT ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erzielen.
Für wen lohnt sich das Produkt?
Die RX 7900 XTX richtet sich primär an ambitionierte 4K-Gamer, die maximale Rasterizer-Leistung zu einem fairen Preis suchen und dabei zukunftssichere 24 GB VRAM schätzen. Ebenso profitieren Content-Creator, denen der große Speicher bei 3D-, Video- oder Simulations-Workloads zugutekommt. Weniger geeignet ist die Karte für Enthusiasten, deren Fokus primär auf starkem Raytracing und Frame Generation liegt – hier bleibt NVIDIA die erste Wahl.
Fazit
Die AMD Radeon RX 7900 XTX ist ein beeindruckendes Statement: viel Leistung, üppige 24 GB VRAM, kompakte Bauweise und ein attraktiver Preis – alles Eigenschaften, die sie für preisbewusste 4K-Gamer zur spannendsten Option des High-End-Marktes machen. Schwächen zeigt sie bei Hitzeentwicklung, Lautstärke und KI-Upscaling-Technologie, während das Referenzdesign bei der Kühlung an seine Grenzen stößt. Insgesamt ist die XTX die beste Wahl, wenn klassisches 4K-Gaming ohne Path-Tracing-Fokus im Mittelpunkt steht und ein leiser Build durch ein Custom-Design realisiert wird.
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Häufige Fragen
Wie gut ist AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz?
AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz wurde von Nerdiction mit 82 von 100 Punkten bewertet und ist damit hervorragend.
Was sind die Vorteile von AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz?
Die Vorteile von AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz: 24 GB GDDR6-VRAM mit 384-Bit-Anbindung sorgen für hohe 4K-Zukunftssicherheit., Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im High-End-Segment unterhalb der RTX 4080., Kompaktes Referenzdesign passt in mehr Gehäuse als die Founders Edition der RTX 4080/4090., Starke Rasterizer-Leistung bei 4K, oft auf Augenhöhe mit der RTX 4080., Stromversorgung über zwei 8-Pin-Stecker ohne 12VHPWR-Adapter..
Was sind die Nachteile von AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz?
Die Nachteile von AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz: Hotspot-Temperaturen von bis zu 110 °C unter Last., Referenzkühler unter Last deutlich hörbar, teilweise mit Coil Whine., Raytracing-Leistung liegt klar hinter NVIDIAs RTX-4000-Serie., DLSS-Konkurrenz FSR 3 ist bei Weitem noch nicht in so vielen Titeln verfügbar., UVP von 999 Euro gilt nur bedingt, Straßenpreis teils deutlich darüber..
Lohnt sich AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz?
Ja. AMD Radeon RX 7900 XTX im Test: RDNA-3-Flaggschiff unter der Logz erhält 82 von 100 Punkten und ist hervorragend.