
Details
4. Dezember 2025
1
7
5.6
/ 10(69 Stimmen)18.4
Genres
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Handlung und Konzept
- Charakterentwicklung
- Inszenierung und Regie
- Visuelle Gestaltung
- Serienstruktur
- Musik und Sounddesign
- Fazit
Einleitung
Mit "The Abandons" wagt sich SutterInk in die rauen Gefilde des amerikanischen Westens der 1850er-Jahre. Die Serie verspricht eine Geschichte von Macht, Loyalität und Generationenkonflikten vor der atemberaubenden Kulisse des Washington Territory. Als Drama-Western-Hybrid positioniert sich die Serie in einem Genre, das in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Renaissance erlebt hat.
Handlung und Konzept
Das zentrale Narrativ von "The Abandons" dreht sich um einen erbitterten Machtkampf zwischen zwei Familien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der einen Seite steht eine wohlhabende Familie, geführt von einer machthungrigen Matriarchin, auf der anderen eine ärmere, aber durch unerschütterliche Loyalität zusammengehaltene Sippe. Diese Konstellation schafft eine faszinierende Dynamik zwischen Reichtum und Integrität.
Die Serie nutzt das historische Setting geschickt, um zeitlose Themen wie Klassenkampf, Familiendynamiken und die Kosten von Macht zu erforschen. Das Washington Territory der 1850er-Jahre bietet dabei eine authentische Kulisse für diese universellen menschlichen Konflikte.
Charakterentwicklung
Besonders bemerkenswert ist die Fokussierung auf weibliche Führungsfiguren. Die beiden Matriarchinnen stehen im Zentrum des Geschehens und prägen maßgeblich die Richtung ihrer jeweiligen Familien. Diese Entscheidung verleiht der Serie eine erfrischende Perspektive im traditionell männlich dominierten Western-Genre.
Die Charakterzeichnung profitiert von nuancierten Darstellungen, die es vermeiden, in simple Gut-Böse-Schemata zu verfallen. Jede Familie hat ihre eigenen moralischen Komplexitäten und nachvollziehbaren Motivationen.
Inszenierung und Regie
Die Inszenierung von "The Abandons" zeichnet sich durch eine bedächtige, aber spannungsgeladene Erzählweise aus. Die Regie versteht es, die wachsende Spannung zwischen den Familien schrittweise aufzubauen, ohne dabei in melodramatische Übertreibungen zu verfallen.
Besonders gelungen sind die Szenen, die die sozialen Unterschiede zwischen den Familien visualisieren. Die Kontraste zwischen Reichtum und Armut werden subtil, aber eindringlich dargestellt.
Visuelle Gestaltung
Visuell profitiert die Serie von der majestätischen Landschaft des Pacific Northwest. Die Kameraführung nutzt die natürliche Schönheit der Region geschickt, um sowohl die Isolation als auch die Weite des Frontier-Lebens einzufangen.
Die Kostüme und Ausstattung wirken authentisch und detailverliebt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Die Production Designer haben sichtlich großen Wert auf historische Genauigkeit gelegt.
Serienstruktur
Mit nur sieben Episoden in der ersten Staffel wählt "The Abandons" einen konzentrierten Ansatz. Diese begrenzte Episodenanzahl ermöglicht es der Serie, jede Folge sorgfältig zu durchdenken und unnötige Füllszenen zu vermeiden.
Die kompakte Struktur sorgt für einen straffen Erzählrhythmus, birgt jedoch auch das Risiko, dass wichtige Charakterentwicklungen zu schnell abgehandelt werden könnten.
Musik und Sounddesign
Die musikalische Untermalung unterstützt die düstere, spannungsgeladene Atmosphäre der Serie effektiv. Der Soundtrack vermeidet klischeehafte Western-Elemente zugunsten einer moderneren, aber zeitlosen Herangehensweise.
Das Sounddesign erfasst die Geräuschkulisse des 19. Jahrhunderts authentisch und trägt zur immersiven Wirkung bei.
Fazit
"The Abandons" zeigt sich als solide, wenn auch nicht revolutionäre Ergänzung zum Western-Genre. Die Serie profitiert von starken weiblichen Hauptrollen, einer atmosphärisch dichten Inszenierung und der reizvollen historischen Kulisse. Während sie keine bahnbrechenden neuen Wege beschreitet, bietet sie durchaus sehenswerte Unterhaltung für Fans von Familiensagas und Western-Dramen.
Die begrenzte Episodenzahl ist sowohl Stärke als auch Schwäche – sie sorgt für Konzentration, lässt aber wenig Raum für tiefere Charakterentwicklung. Insgesamt eine Serie, die ihre Versprechen größtenteils einlöst, ohne dabei außergewöhnlich zu brillieren.
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