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Gaming04. September 2026, 08:06

Steam 2026: 11,1 Milliarden Dollar in sechs Monaten – das Rekord-Halbjahr

Analysten melden das umsatzstärkste Halbjahr der Plattform-Geschichte. Eine neue Marke stiehlt den etablierten Franchises die Show.

Valves Spiele-Plattform Steam hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 11,1 Milliarden US-Dollar eingefahren – ein Plus von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der höchste Halbjahreswert, den die Plattform je erzielt hat. Die Zahl stammt nicht von Valve selbst, sondern aus unabhängigen Analysen von GameDiscoverCo. Damit hat Steam bereits jetzt den Gesamtjahresumsatz von 2020 übertroffen und nähert sich dem bisherigen Allzeitrekord aus dem Pandemie-Jahr 2021. Selbst nach dem Halbjahresende soll die Plattform noch einmal eine halbe Milliarde draufgelegt haben, womit die Marke für 2026 in Richtung 11,6 Milliarden klettern dürfte.

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung dieses Erfolgs. Rund 79 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Back-Katalog – also aus Spielen, die nicht 2026 erschienen sind. Das bestätigt einen Trend, der sich seit Jahren verfestigt: Live-Service-Titel, Dauerbrenner und etablierte Reihen dominieren die Charts, während sich neue Veröffentlichungen gegen eine immer größere Konkurrenz behaupten müssen. Wer 2026 trotzdem neu auf Steam startet, braucht entweder einen starken Markennamen oder ein Konzept, das sofort einschlägt.

Genau hier wird die Geschichte interessant. Denn an der Spitze der 2026er-Neulinge tummeln sich nicht nur altbekannte Namen. Forza Horizon 6 führt das Feld mit geschätzt 197,7 Millionen US-Dollar an und profitiert davon, dass Microsoft die Reihe erstmals zeitgleich zum Microsoft Store auch auf Steam veröffentlicht. Mit rund 3,5 Millionen verkauften Einheiten ist das ein deutliches Signal: PC-Spielerinnen und -Spieler greifen massiv zu, wenn ein lange verschlossenes Franchise plötzlich plattformoffen erscheint. Capcoms Resident Evil Requiem folgt dicht dahinter – etwa 194,5 Millionen Dollar bei 3,4 Millionen verkauften Kopien, womit sich die Horror-Reihe als zuverlässiger PC-Garant erweist.

Doch der eigentliche Überraschungsgast ist Crimson Desert. Die Marke existierte vorher nicht, hat keinen Vorgänger-Titel und keinen bekannten Marken-Bonus – und landet trotzdem bei über 190 Millionen Dollar Umsatz auf Steam. Allein im März 2026 verkaufte sich das Spiel dort über zwei Millionen Mal. In einer Zeit, in der Analysten immer wieder das Ende der „easy launch days" auf Steam ausrufen, zeigt Crimson Desert, dass ein starkes Spiel-Konzept weiterhin durchschlagen kann. Auch Slay the Spire 2 bewies im März mit über fünf Millionen verkauften Einheiten, dass geniale Indie-Konzepte in der zweiten Generation noch einmal zulegen können.

Für die Nerd-Community bedeutet dieses Halbjahr vor allem eines: Die Plattform ist erwachsen geworden. Wo Steam früher ein wilder Marktplatz mit tausenden unentdeckten Perlen war, entscheiden heute Marken-Power, Community-Hype und ein perfekt getimter Launch über Erfolg oder Misserfolg. Wer eine neue IP startet, muss liefern – und zwar sofort. Dass mit Crimson Desert ausgerechnet eine völlig neue Marke in die Phalanx der etablierten Franchise-Riesen einbricht, ist gleichzeitig Warnung und Motivation: Innovation wird belohnt, aber nur, wenn sie auf höchstem Niveau stattfindet.