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Gaming10. Oktober 2026, 07:20

Phantom Blade Zero: Wuxia-Härte trifft UE5 – Preview-Lob und Disc-Drama

S-Games Action-RPG verschiebt sich auf den 29. Oktober, bietet vier Schwierigkeitsgrade bis hin zum Permadeath und sorgt für physischen Medien-Streit.

Die Vorfreude auf Phantom Blade Zero hat einen konkreten Termin: Nach kurzer Verschiebung vom 9. September peilt Entwickler S-Game nun den 29. Oktober 2026 an. Die ersten umfangreichen Previews, unter anderem von IGN und deutschen Outlets, zeichnen ein Bild, das Kenner des Genres hellhörig machen sollte: Ein kompromissloses Action-RPG, das Wuxia-Ästhetik mit der rohen Wucht eines Soulslike kreuzt – angetrieben von der Unreal Engine 5. Doch der Weg dorthin ist gepflastert mit Designentscheidungen, die polarisieren.

Im Mittelpunkt steht das Kampfsystem, das maßgeblich von Donnie Yen ("Ip Man") als Creative Consultant geprägt wurde. Previews loben die "Kungfu Punk" betitelte Inszenierung: Das Sha-Chi-Meter als Ressource für Konter und Spezialangriffe, die flüssigen Animationen des Löwentanzes im Kampf und die visuelle Wucht der Unreal Engine 5 sorgen für ein kinoreifes Erlebnis. Besonders hervorstechend ist ein mechanischer Twist: Besiegte Gegner bleiben tot. Es gibt kein Respawning der Standardfeinde beim Tod des Spielers oder an Rastpunkten. Das verändert das Level-Design grundlegend – man räumt ein Areal dauerhaft auf, statt Laufwege zu optimieren. Dazu gesellt sich das "Hellwalker"-Schwierigkeitslevel, in dem Feinde sich aktiv an den Spielstil anpassen und zum Wechsel der Taktik zwingen.

Für Hardcore-Fans hält der "66 Days"-Modus die ultimative Prüfung bereit: 66 Leben, keine Continues. Gehen sie zur Neige, ist der Speicherstand Geschichte – ein Permadeath-Light, der den Roguelike-Gedanken in die Kampagne trägt. Daneben bieten "Waywalker" (Story-Fokus) und "Pathfinder" (Balanciert) Einstiege für weniger masochistisch veranlagte Spieler. Diese variable Schwierigkeit ist lobenswert, doch die Preview-Berichte warnen einhellig: Auch auf Normalniveau fordert das Spiel präzises Timing und Mustererkennung. Wer "Elden Ring" als zugänglich empfand, könnte hier an Grenzen stoßen.

Abseits des Gameplays sorgte ein State-of-Play-Livestream für unerwartete Schlagzeilen: Der Chat wurde von "No Disc No Buy"-Kommentaren geflutet. Auslöser war ein Hinweis des Händlers PlayAsia, dass es physische Versionen möglicherweise nicht geben wird. In einer Zeit, in der digitale Lizenzen und Game-Preservation heiß diskutiert werden, trifft S-Game damit einen empfindlichen Nerv der Community. Ob es am Ende doch eine Disc gibt, bleibt offen.

Phantom Blade Zero positioniert sich als Nischen-Titel mit Blockbuster-Ambitionen. Die Mischung aus chinesischer Kampfkunst-Kultur, technischem State-of-the-Art und gnadenlosem Gamedesign ist selten. Wenn S-Game die Balance zwischen Frust und Flow hält, wartet im Oktober ein Titel, der das Action-RPG-Genre um eine eigene, stilprägende Facette bereichert – vorausgesetzt, man akzeptiert die digitale-only-Zukunft oder S-Game rudert noch zurück.

#Phantom Blade Zero#Action-RPG#Wuxia#Unreal Engine 5#Donnie Yen