Die Stadtbücherei Hanau öffnet ihre Tore für die nächste Generation von Software-Kritikern. Im Rahmen des Deutschen Kindersoftwarepreises TOMMI werden derzeit Kinder und Jugendliche gesucht, die Teil einer exklusiven Jury werden und aktiv mitbestimmen dürfen, welche Anwendungen und Spiele die höchste Auszeichnung des Jahres erhalten. Für junge Gamer ist dies die Chance, aus der Rolle des reinen Konsumenten auszubrechen und die Perspektive eines Experten einzunehmen.
Das Konzept hinter dem TOMMI-Preis ist so elegant wie demokratisch. Während eine unabhängige Fachjury zunächst eine Vorauswahl der qualitativ hochwertigsten Titel trifft, liegt die finale Entscheidung vollständig in den Händen der Kinder und Jugendlichen. Diese bewerten die Software in den teilnehmenden Bibliotheken – in diesem Fall in Hanau – basierend auf ihrem eigenen Spielgefühl, dem pädagogischen Wert und dem reinen Spaßfaktor. Damit wird sichergestellt, dass nicht nur theoretische Qualitätsstandards, sondern die tatsächliche Nutzererfahrung im Vordergrund steht.
Für die Teilnahme in Hanau sind die Voraussetzungen simpel, aber die Verantwortung groß. Gesucht werden in der Regel junge Menschen im Alter von 8 bis 13 Jahren, die Lust haben, verschiedene Titel auf iPads und anderen Endgeräten zu testen. Die Stadtbücherei stellt hierfür die notwendige Infrastruktur inklusive WLAN bereit. Es ist ein faszinierendes Experiment in Sachen Medienkompetenz: Die Teilnehmenden lernen, Software kritisch zu hinterfragen, Spielmechaniken zu analysieren und ihre Meinung fundiert zu begründen.
Interessierte sollten nicht zu lange warten, denn die Bewerbungsfrist endet bereits am 2. Oktober 2025. Es ist eine großartige Initiative, die zeigt, dass Bibliotheken längst nicht mehr nur Orte für Bücher sind, sondern moderne Medienzentren, die den digitalen Lebensraum von Kindern ernst nehmen und fördern.
Für die Nerd-Community ist dieses Projekt ein wichtiges Signal. Es fördert die frühe Auseinandersetzung mit Software-Design und Qualitätsmanagement. Wenn Kinder lernen, dass ihre Meinung über die Qualität eines Spiels zählt, legen sie den Grundstein für eine kritische und bewusste Kultur des Gamings, die weit über das bloße Durchspielen von Levels hinausgeht.